Symposium 2011 - Warum Leiden & 25. Jubiläum Domicilium Weyarn

Fast 100 Teilnehmer besuchten am 2.7. in Weyarn das 11. Benefiz-Symposium zugunsten der Hospiz-Gemeinschaft des Vereins „Stiftung Domicilium e.V.“Mit nachdenklichen Worten eröffnete Schirmherr Michael Pelzer, Bürgermeister der Gemeinde Weyarn, die Veranstaltung und würdigte „die engagierte und wetrvolle Arbeit des Vereins, die er nun seit mehr als zwei Jahrzehnten begleitet“. Der Geschäftsführer des Bayerischen Hospiz – und Palliativverbandes, Dr. Erich Rösch betonte in seiner Grußrede die Vielfalt des Engagements in der Hospizarbeit und gratulierte dem Domicilium zu seinem 25. jährigen Wirken.

Zum Thema „Warum Leiden“ gab der Aiblinger Arzt Guido Pfeiffer einen medizinhistorischen Überblick mit unterschiedlichen Überlegungen zu Leid, Schmerz sowie Körper – Leib – Seele. Mit Rückgriff auf seine konkreten Erfahrungen in der Klinik stellte er immer wieder den Praxisbezug her und machte deutlich: „Die Medizin bemüht sich heute, den individuellen Erfahrungen eines Jeden am Ende des Lebens gerecht zu werden; die Ärzte machen es sich in diesen Grenzbereichen nicht leicht“.

Mit dem Verweis auf die grundlegende Endlichkeit und Zerbrechlichkeit unseres Lebens begann der Münchner Religionswissenschaftler Michael von Brück seinen Symposiumsbeitrag. Immer mehr Menschen bemühen sich, damit in einer spirituellen Haltung und daraus folgender Bewusstseinsveränderung umzugehen. „Das ist eine Entwicklung weg von der Vereinzelung hin zu einem Netz von Verbundenheit über das ständige Bemühen um Einfühlung in den Anderen“, führte von Brück aus.

Die Meditationslehrerin Bärbel Kohring aus München beleuchtete Leiden und Schmerz als zentrale Aussagen im Buddhismus. Entsprechend dem Spruch: „Was Du säest, das erntest Du!“ wies sie auf einen Weg der Heilung hin, der sich durch die stete Übung von Mitgefühl und Weisheit in Verbindung mit Meditation konkretisiert.

Einen weiteren Höhepunkt stellte der von einer Fotoausstellung umrahmte Rückblick von Dr. Bogdan Snela zum 25jährigen Bestehen des Vereins „Stiftung Domicilium“ dar, in dem er resümierte: „Das Engagement hat sich gelohnt; die Arbeit des Vereins ist heute in Fachkreisen anerkannt.“ Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit einer Führung durch das Hospiz und waren, wie die Leiterin, Helena Snela berichtete „sehr berührt über diesen besonderen Ort, an dem Menschen ihre letzte Lebensphase in familienähnlicher Atmosphäre verbringen können“.

Der von Sebastian Snela in der Hospiz-Gemeinschaft Domicilium gedrehte Dokumentarfilm „Glücklich Traurig“ rundete die Veranstaltung ab und gab einen sensiblen Einblick in die Arbeit mit kranken und sterbenden Menschen. Eine Besucherin bedankte sich bei den Anwesenden für die bereichernden Eindrücke dieses Tages und fragte in die Runde hinein: „Welches Thema behandeln wir im nächsten Jahr?“