Trauern ist genauso normal wie lachen

23.07.2018

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, bricht für die Angehörigen oft eine Welt zusammen. Sie fallen in einen Zustand der Verzweiflung und der Leere. Aber wie geht man am besten mit einem Verlust, mit Trauer und Trauernden um?

Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Symposiums im Domicilium in Weyarn. Der Titel lautete „Lebendige Trauer – Wege aus Sprachlosigkeit und Starre“ und Sebastian Snela, erster Vorsitzender des Vereins Stiftung Domicilium, freute sich über die zahlreich erschienen Gäste: „Die bewusste Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod ist immens wichtig“. Auch der Weyarner Bürgermeister Leonhard Wöhr war unter den Anwesenden. In seiner sehr persönlichen Begrüßungsrede fand er berührende Worte – auch für die „segensreiche Arbeit“ des Domiciliums, dem er weiterhin viel Erfolg und Unterstützung wünschte.

Dass Krisen nicht nur etwas Negatives sind, sondern auch immer die Möglichkeit zum Wandel und zur positiven Entwicklung bieten, erfuhren die Teilnehmer im Vortrag von Dr. med. Renate Blank. Die Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist selbst unheilbar erkrankt und schilderte anschaulich was eine solche Diagnose mit jemandem macht. Anhand des Symbols der Spirale zeigte sie auf, was bei Trauerprozessen außerhalb und in uns passiert. Die Leiterin von „Blauer Falter Trauerseminare“ in München, Isabel Schupp, berichtete anschließend von ihrer an Leukämie verstorbenen Tochter und wie ihr Achtsamkeit und Selbstfürsorge geholfen haben, ihre Situation anzunehmen. Beide Referentinnen betonten, wie wertvoll ein verständnisvolles Umfeld beim Trauern ist: Menschen, die zuhören und auch mal etwas aushalten können, die im Alltag konkret helfen, z.B. bei der plötzlich anfallenden Steuererklärung, beim Einkaufen oder indem sie etwas zu essen vorbeibringen. Und die den Trauernden Raum geben, um ihrem Schmerz oder auch ihrer Wut Ausdruck zu verleihen. Doch in unserer schnelllebigen Welt gibt es kaum Platz für Tod und Leiden, dabei ist, laut Schupp, „trauern genauso normal wie lachen“.

In Arbeitsgruppen konnten die Teilnehmer das Gehörte vertiefen und auch eigene Erfahrungen einbringen. Beim abschließenden Podiumsgespräch gab es dann noch einmal Gelegenheit Fragen zu stellen und sich gegenseitig auszutauschen. In der Abschlussrunde formulierte ein Teilnehmer seine Empfindungen zu dem intensiven Tag, der trotz des schwierigen Themas eine Leichtigkeit und Fröhlichkeit vermittelte: „Ich gehe mit einem Gefühl der Dankbarkeit nach Hause, denn ich habe erfahren, dass man etwas gegen die eigene Sprachlosigkeit und die der anderen tun kann. Und es tut gut zu wissen, dass es Orte wie diesen gibt, an denen man nicht alleine ist.“

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